Provence – von Dolce Vita bis Outdoorabenteuer

Einmal Leben tanken bitte!

Es ist soweit: das Auto ist mal wieder gepackt und uns erwartet eine Tour in den Süden! Auf dem Programm steht dieses mal Süd Frankreich und das Mittelmeer. Nach vielen Jahren Atlantikurlaub zieht es uns nach fast 30 Jahren wieder einmal in die Provence. Wir sind gespannt, was sich verändert hat  und wie es uns heute, mitten in der Hochsaison, gefallen wird.
Also mal sehen …

Unsere Highlights

  • Wohnen unter freiem Himmel in Le Mas
  • Wandern auf dem GR4
  • Sehnsuchtsort Cabasson
  • Feiern & Tanzen auf Chateau Léoube
  • Wildschweine am Gorges du Verdon
  • Stadtleben in Nizza
Tour de Provence 2025

Montjay und die Baronnie

Die erste Etappe ist geschafft. Nach einer entspannten Zwischenübernachtung im Elsass erreichen wir am frühen Abend das kleine Bergdorf Vaucluse Haute. Hier liegt das Relais des Baronnies, das wir bei der spontanen Suche nach einer Unterkunft zufällig entdeckt haben. Es entpuppt sich als Glückstreffer, denn das gemütliche Chambre d’Hôtes bietet auch einen Table d’Hôtes an, also ein gemeinschaftliches Abendessen direkt aus der Küche der Gastgeberin. Gegessen wird, was auf den Tisch kommt, und das ist in der Regel regional und nach Hausfrauenart selbst gekocht.
Bereits beim Ankommen wirkt hier alles so, als ob die Zeit etwas langsamer vergeht: Das Haus ist wunderbar alt ehrwürdig und die Zimmer passend dazu mit schönen alten Möbeln eingerichtet.
Die Betreiberin empfängt uns herzlich, zeigt uns unser Zimmer während es bereits herrlich deftig aus der Küche duftet. Aber noch ist Zeit für einen Abendspaziergang durch die einzige Gasse und rund ums Haus bis zum Bergrücken. Von dort aus kann man die umliegenden Hügel im letzten Abendlicht leuchten sehen – magisch!
Zurück im Relais erwartet uns ein einfaches, aber köstliches Abendessen. Es gibt frischen Salat aus dem Garten mit kleinen Teigtaschen als Vorspeise und danach Rougail Saucisses, einen würzigen Eintopf mit geräucherter Wurst. Zum Dessert gibt es noch eine Charlotte. Mit uns zu Tisch sitzt ein netter Reisender aus Lille. So wird es ein unterhaltsamer Abend mit Gesprächen über Reisen, Radfahren, gutes Essen und die lieben Kinder. Und da es zu späterer Stunde hier in den Bergen recht frisch wird, verziehen sich alle irgendwann in die gemütlichen Zimmer. Die Nacht ist sternenklar und die einzige Geräuschkulisse besteht aus Grillenzirpen. Herrlich!

Am nächsten Morgen gibt es ein gemeinsames Frühstück mit allen Gästen und nach einem kleinen Spaziergang zum Bergrücken, von dem aus man hervorragend fliegen und wunderschöne Bilder des Dorfes machen kann, heißt es dann wieder weiterziehen. Der ruhige Start in die Provence hätte nicht schöner sein können.

Über schmale Straßen nach Le Mas

Die Reise geht weiter – durch die spektakuläre Bergwelt der Haute Provence.
Unser nächstes Ziel liegt im Süden und ist zwar nur wenige Kilometer Luftlinie von Nizza entfernt, dafür aber so abgelegen, dass man es nur über eine sehr schmale Straße oberhalb schwindelerregender Klippen erreicht.
Die Anreise bietet entsprechend zahlreiche grandiose Ausblicke ist aber langwierig und der Weg zur Unterkunft nur für Eingeweihte zu finden. Das macht es aber nur umso spannender. Während der Anfahrt fragen wir uns wie es wohl ist, von so einem abgelegenen Dorf wie Le Mas tagtäglich zur Arbeit zu fahren? Und wie gut schlafen hier wohl die Mütter, wenn die Kinder mit frischem Führerschein nachts mal eben zum Kumpel ins Nachbardorf fahren? Ich schlafe ja schon schlecht, wenn meine Kinder nur auf ebener Landstraße unterwegs sind … Trotzdem schööön ist es! Und so herrlich abgelegen.
Nachdem wir an unserer Unterkunft zuerst vorbei gelaufen sind (so versteckt und nur zu Fuss zu erreichen) genießen wir zum Auftackt die Lage erstmal bei einem Apéro. Ganz ruhig und friedlich ist es hier in diesem schönen „Ecogite“ mit Dome – einem geodätischen Kuppelzelt mit Blick in die Sterne. Es kreisen über uns Adler, zahlreiche Schmetterlinge und die Luft ist erfüllt von Gesumme und Gezirpe. Die Lage ist zudem perfekt, denn Pachama Mas, so der Name, liegt in der Nähe mehrerer Wanderwege und oberhalb einer Badestelle. Der Blick von den Plattformen, auf denen Zelt und Badefass stehen, geht weit über das einsame Flusstal der Gironde (nein, nicht DIE Gironde – dieser Fluss heißt wirklich so).
Wer es also naturnah und einfach mag und gerne im Freien lebt (Küche, Bad und Wohnbereich – alles open air) der ist hier bestens aufgehoben. Wir planen daher auch, es heute gemütlich anzugehen und lassen den ersten Abend gechillt mit Wein und Sternegucken ausklingen. Morgen ist ja auch noch ein Tag …

Die Baronnie. Drohenblick von Vaucluse Haute

Vaucluse Haut Relais des Baronnies

Wandern auf dem GR4

Vaucluse Haut Relais des Baronnies

Relais de la Baronnies

Vaucluse Haut Relais des Baronnies

Blick vom GR 4 auf Mujouls mit der Drohne

Luftbild mit Blick auf Mujouls

Wandern am GR4


Heute steht eine Wanderung auf dem Programm. Entlang des GR4 auf dem Teilstück von La Clue bis Le Mas. Der Plan: Über die Berge hin und nach einem Einkehrschwung in Le Mas oberhalb des Flusses zurück.
Wir starten nach einem langen Frühstück in unserem Open Air Wohnzimmer und einem Bad im eiskalten Badefass – ein Adlerpaar (Habichtsadler?) schaut uns von oben zu. Dann nehmen wir den Einstieg in den GR 4 in La Clue. Das Bad vorab erweist sich als Geniestreich, den erstmal geht es stramm bergauf: von 600m auf 1400m! Über schmale Pfade, manchmal nicht mehr als ein Wildwechsel, und durch erstaunlich grüne Gräser und blühenden, wilden Lavendel.
Die Landschaft ist gewaltig, ungewöhnlich grün und der Ausblick vom Berggrat auf die schroffen Klippen zwischen Aiglun und Mujouls ist spektakulär. Ideal auch für einen kurzen Flug! Nun geht es den Berggrat entlang und dann runter ins Tal nach Le Mas. Einige Wegabschnitte sind recht anspruchsvoll und steil daher kommen wir erst nach drei Stunden und ziemlich erschöpft im Dorf Le Mas an. Ein paar Tische auf dem Dorfplatz verheißen hier Gutes doch bei näherer Betrachtung stellen wir fest, Tische und Stühle stehen noch vom gestrigen Dorffest, das Bier, das hier getrunken wird ist selbst mitgebracht, für uns keines übrig und die Bar geschlossen. Ohhhh schade! So bleibt uns nichts weiter, als mit wässrigem Mund und knurrendem Magen den Weg fortzusetzen. Nach etwas mehr als 5 Stunden und einem kurzen Guss mit Regenbogen kommen wir dann endlich erschöpft und ausgehungert zuhause an. Naja hier im Baumbett, mit Blick ins Tal, schmeckt ein kühles Bier eh am besten und Nudeln kochen mit Ausblick nacht auch Spaß …

Pachama Mas

Open Air Wohnzimmer

Pachama Mas

Straßen durch die Berge

Pachama Mas

Terrasse mit Meerblick in Cabasson

endlich Wasser nachfüllen

Dome im Eco Gite Pachama Mas

endlich Wasser nachfüllen

Chateau Léoube Summerparty

Cabasson mit Blick auf Fort Bregancon

Küste von Cabasson mit Blick auf fort Bregancon

Cabasson. Zwischen Weinbergen und Meer

Nach den Bergen gehts nun endlich ans Meer! Noch ein kurzer Stopp am Flughafen in Nizza, dann rollen wir weiter ins Département Var. Ziel: Bormes-les-Mimosas, genauer gesagt Cabasson.

Wir sind nun zu dritt und haben ein Ferienhaus gemietet, das fast schon unverschämt ideal liegt: am Dorfrand, zwischen Hügeln mit Wein und Korkeichen und mit Blick auf das Meer und Fort Brégançon.
Cabasson selbst ist klein und charmant: ein paar ältere Dorfhäuser und Feriendomizile aus den 60ern. Sie wirken, als hätten sie sich heimlich verschworen, die Zeit anzuhalten. Berankt mit Bougainvillea und Klettertrompeten, sitzen sie über der Bucht wie glückliche alte Leute, die sich nicht mehr bewegen wollen. Dahinter nur grüne Hügel, Wein und Macchia. Und vor uns das Meer.
Die Luft duftet nach Oleander, Eukalyptus, Zypressen und einer salzigen Brise vom Meer. Ein Parfum, das man nie wieder vergisst. Dazu ein Glas Rosé – logisch, denn hier sind wir mitten im Reich großer Weingüter: Château Malherbe, Château Bregançon, Château Léoube.
Letzteres feiert diese Woche seine legendäre Sommerparty: drei bekannte DJs, überwiegend französische Gäste, die generationenübergreifend feiern & tanzen, aber auch Nachtschwärmer oder Paare mit Kindern, die irgendwann im Sand einschlafen, während die Musik weiterläuft. Ein toller Mix. Alles ist leicht, alle sind fröhlich. Sommer pur und wir feiern mit!
Tagsüber tauschen wir Beats gegen Brandung: Strände mit feinem Sand, kleine Buchten mit Klippen zum Schnorcheln und Springen. Sonne, Salz, Meer – so simpel, so vollkommen.
Aber natürlich ist der Ort nicht nur gut zum faulenzen und genießen, er ist auch ideal für kleine Spritztouren in die Umgebung. Wohin? Das folgt später …

Ausflug nach Bormes-les-Mimosas

Nach einem ersten Blick von der Terrasse aufs Meer machen wir uns startklar für einen Ausflug. Weit müssen wir nicht fahren, nur ein paar Kurven hinauf in die Berge, und schon liegt Bormes- les-Mimosas vor uns.
Wir starten mit einem Frühstück im Café Grain de Soleil. Auf dem Tisch: knusprige Croissants, eine Granola Bowl mit Früchten, die nach Sommer schmecken und Avocadotoast. Alles schön dekoriert mit Früchten und essbaren Blüten, dass man fast Hemmungen hat, hineinzubeißen.
Gestärkt lassen wir uns durch die Gassen treiben. Bunte Häuser voller Blumen und mediterranem Grünzeug, Bougainvillea, die ganze Fassaden verschluckt, und viele kleine Läden. Alles ist liebevoll und detailverliebt zurechtgemacht. Ein buntes provencalisches Dorf wie aus dem Bilderbuch.
Doch irgendwann kippt die Stimmung: die Sonne brennt, der warme Wind weht uns ins Gesicht und flüstert: „Genug gebummelt – ab ans Meer!“ Also lassen wir uns nicht lange bitten und fahren zurück, um wieder über die Klippen zu unserem Lieblingsstrand zu klettern, dem Plage de la Vignasse.
Dort ist es heute windiger, der Mistral zeigt sich von seiner launischen Seite. Aber dafür gibt es Unterhaltung der sportlichen Art: Kiter, Windsurfer und Foiler, die mit ihren Boards Backloops drehen, als würden sie die Gesetze der Schwerkraft neu verhandeln.
Abends ziehen wir dann noch einmal los, denn in Le Lavandou steht heute ein Feuerwerk auf dem Programm …

St. Tropez und die Kunst der Selbstdarstellung

Ein weiterer Ausflug führt uns über La Croix-Valmer und Ramatuelle nach St. Tropez. Die Straße eine Mischung aus Postkartenidylle und Verkehrschaos. Ein kurzer Stopp im Beachrestaurant am Rayol-Plage: Café mit Meerblick, dann gehts weiter durchs Hinterland. La Croix- Valmer, Ramatuelle: Dörfer, die sich selbstbewusst in die Hügel schmiegen, zwischen knorrigen Pinien und den diskreten Villen derer, die anonym reich bleiben wollen. Schließlich der Blick auf Pampelonne: tiefblaues Meer, weiße Yachten, wie Spielzeuge eines übermütigen Riesen.
St. Tropez selbst empfängt uns mit einem Schauspiel: Gassen voller Flagshipstores, wartende Fashionistas vor Hermès und Dior, als stünde hier das Tor zum Himmelreich. Ein absurdes Ritual. In Paris würde man stattdessen im Café sitzen und beim Flanieren zuschauen, wie andere versuchen elegant zu wirken. Hier aber vergeudet man Lebenszeit in Warteschlangen, um für fünf Minuten im klimatisierten Tempel der Eitelkeit zu verschwinden.
Die Menschen: Kunstwerke in Eigenbesitz. Gesichtspartien chirurgisch begradigt, Körperteile vergoldet, die Handtasche schwerer als das Hündchen, das darin residiert. Die Altstadt an sich ist hübsch, sorgfältig in Pastelltönen gekleidet, doch irgendwie zu ordentlich, zu bemüht. Am Hafen reihen sich die Yachten, glänzender Motorluxus, der eher Status als Leidenschaft ausstrahlt. Bardots lässige Bohème? Fehlanzeige! Hier herrschen Selfie-Sticks, Posen, ein Dauerkarneval der Selbstdarstellung.
Wir essen Galette in der Crêperie Bretonne: ehrlich und unerwartet gut. Danach ein Cocktail im Bistrot du Port: zu laut, zu teuer, zu viel Theater. Kellner, die zwischen Champagner und übergroßen Sonnenbrillen umhergaloppieren.
Später fahren wir zurück. Enttäuscht? Ein wenig. Aber sobald wir Cabasson erreichen, mit seinem stillen Strand und der Sonne, die hinter Porquerolles untergeht, verfliegt das Gefühl. Wir sitzen bei einem Picknick im Sand, das Meer und das Fort Brégançon im Blick. Und merken, dass das, was wir gesucht haben längst hier auf uns gewartet hat.

Cassis und die Calanques

Die Zeit in Cabasson ist um und wir reisen weiter, entlang der Küste. Um Toulon, Sanary-sur-Mer und La Ciotat machen wir einen Bogen: zu viel Verkehr, zu groß! Nach drei Stunden Fahrt erreichen wir unser Tagesziel. Cassis, das für seinen bunten Hafen und die umliegenden Fjorde, die Calanques, berühmt ist.
Das Städtchen ist charmant, klein und entsprechend voll. Parkplätze? Keine Chance! Schon mittags ist hier alles belegt. Zum Glück haben wir gestern ein Hotel mit Parkplatz gebucht. Es liegt in bester Lage, direkt am Stadtstrand und auf der Terrasse ahnt man bereits, wie gut hier ein Sundowner oder das Frühstück mit Meerblick schmecken wird. Das Hotel ist ebenfalls ein idealer Ausgangspunkt um zu Fuß, über den Sentier de Petit Prince, die Calanques und Port-Miou zu erkunden. Dieser führt entlang schöner Villen mit Meerblick und durch Pinienwald hinunter in die fjordartige Buch: schroff, wild, wunderschön.
Auf dem Rückweg noch ein Stopp am Plage des Pierres Blanches. Hier gibt es glasklares Wasser, Felsen zum Sonnen und Klippen, von denen man ins kühle Blau springen kann. Gegenüber der Bucht: das Cap Canaille, Frankreichs höchste Meeresklippen. Der rote Sandstein leuchtet sensationell im Nachmittagslicht.
Abends lockt der Hafen mit seinen bunten Häusern und Restaurants. Davor viele Pointus, traditionelle provenzalische Fischerboote in leuchtenden Farben. Sie schaukeln zwischen den Motorbooten wie Relikte einer anderen Zeit und verstärken das Gefühl, in einem Piratennest gelandet zu sein.
Ein Tisch in einem der Restaurants lässt sich trotz der vielen Menschen auch noch finden und wir landen sogar einen Glückstreffer: italienisch inspirierte Küche, Tagliata, Pizzen mit sensationell locker-knusprigem Teig und spektakuläre Desserts. Sicher, Bouillabaisse wäre passender gewesen, aber wenn man keinen Fisch mehr essen möchte, muss das konsequenterweise ausfallen. Aber das ist eine andere Geschichte …
Derweil wird in den Gassen der Altstadt getanzt, Boule gespielt und auf dem Nachtmarkt gefeilscht. Alles wirkt entspannt, sommerlich und ein bisschen ungekämmt.
Am nächsten Morgen ein Frühstück mit Meerblick, danach geht die Reise über die Route des Crêtes weiter. Von den Falaises Soubeyranes blicken wir noch einmal zurück. Cassis liegt tief unter uns, eingerahmt von rotem Fels und blauem Meer. Postkartenklischee pur! Ein letzter Flug darf hier daher nicht fehlen, danach geht es wieder ins Landesinnere. Unser Ziel: der Nationalpark Gorges du Verdon. Unterkunft? Noch offen. Vielleicht wieder der Campingplatz von damals, am Lac de Sainte-Croix. Vor 2o Jahren …

Calanques
Umringt von Blumen friedlich schlummern in Fontainealbe
Falaise de SoubeyranneJPG
Falaise de SoubeyranneJPG
Auf dem Weg von der Voie Sacré zur Vacherie Superieure
Lac und Refuge de Valmasque
Ausblick auf die Gipfel des Mercantour vom Zelt aus …
Lac und Refuge de Valmasque
Der Lac Vert de Fontainealbe. Aber hier sind eigentlich alle Seen supegrün …

Der Grand Canyon Europas

Nationalpark Gorges du Verdon. Der Grand Canyon Europas ist eigentlich ideal, um der Zivilisation zu entfliehen. Einst eine unzugängliche Wildnis, ist die Gegend heute touristisch erschlossen jedoch im Sommer ein Natur-Disneyland für demokratisierte Abenteuersehnsucht. Der Lac de Sainte Croix, ein einladend türkisfarbener Stausee, der einst drei Dörfer verschluckt hat, bildet den Eingang in den Canyon und lädt zum Baden und Paddeln ein.
Hier, auf dem Campingplatz Les Galetas, einem herrlich einfachen Platz ohne Chichi und Animation, errichten wir unser Basislager. Er liegt auf natürlichem Gelände mit hohem Gras und Blick auf See und Berge. Tagsüber wird es laut. Kajaks, SUPs, Tretboote, Familien und Abenteuerlustige bevölkern den Canyon. Nachts hingegen wird es still. Vollmond über den Bergen, Grillenzirpen, Nachtvögel. Dann rächt sich die Natur auf subtile Weise: Wildschweine wühlen im Geschirr, Skorpione erkunden das Zelt. Unser defekter Zeltreißverschluss wird da zur existenziellen Metapher.
Der Canyon ist früh am Morgen und abends eine Oase. Aber bereits ab neun Uhr verwandeln sich die Gewässer in einen aquatischen Autoscooter: Kajaks, SUPs, Tret- und Elektroboote, dazu Musik aus Bluetooth-Boxen. Und trotzdem: Diese Felsen, dieses Wasser, diese Farben: fast zu schön, um wahr zu sein.
Der Ort ist auch ein perfekter Ausgangspunkt für Ausflüge in den Nationalpark. Wir erwandern bei mörderischer Hitze den Sentier Blanc-Martel und die Porte de Trécastel, laufen durch kühle Tunnel am Fluss und essen erstklassig am bunten Foodtruck im Nirgendwo oder im Gassengewimmel von Castellane. Wir springen von Felsen in blaue Gumpen, fahren über Panoramastraßen mit atemberaubenden Ausblicken und steigen beim Canyoning heldenhaft Wasserfälle hinab.
Abends entspannen wir dann wieder am See. Sobald die Horden weg sind, wirkt der Ort nämlich einfach magisch! Zum Essen zieht es uns ins nahe gelegene Moustiers-Sainte-Marie. 

Moustiers-Sainte-Marie

Man könnte meinen, es gäbe bereits genügend Orte, die sich als eines der schönsten Dörfer Frankreichs bezeichnen. Doch Moustiers-Sainte-Marie hat diesen Titel tatsächlich verdient.
Eingeklemmt zwischen zwei ockerfarbenen Felswänden liegt das mittelalterliche Bergnest wie ein Adlerhorst zwischen Himmel und Erde. Über dem Dorf hängt der berühmte goldene Stern zwischen den Felsenz an langen Ketten hängt, angeblich das Gelübde eines dankbaren Kreuzritters. Heute wird der Stern effektvoll angestrahlt, wie der Stern von Bethlehem.
Drei Abende verbringen wir in den kühlen, kopfsteingepflasterten Gassen, denn das Dorf ist nicht nur ein fotogener Ort mit stimmungsvollem Ausblick und warmem Lichtspiel zwischen den pastelligen Hauswänden, sondern bietet auch die Möglichkeit, wirklich gut zu essen. Die Straßen sind voller kleiner Restaurants, uriger Bars und kleiner versteckter Musikclubs im alten Stil. Zu erwähnen wäre hier beispielsweise das Restaurant „Le Chardon-Marie“ mit seiner gemütlichen Terrasse über dem Wasserfall und überraschenden Kreationen wie Gurkencreme mit Blüten und Verveine oder zartem Perlhuhn mit frischen Aprikosen. Interessant sind auch die Cocktails am Place Mistral, etwa der „Purple Rain“ mit Brombeerlikör und Veilchensirup. Besonders charmant ist das „Bistrot des Apiculteurs Brasseurs”, dessen Crew wie die Bergversion einer Piratenbesatzung wirkt und in dem alles irgendwie nach Honig schmeckt (bis auf die Pizza): Honig-Bier, Honig-Limo, Honig-Schnapps. Hier versackt man schneller, als man „Hydromel“ buchstabieren kann …

Die Wallfahrtskirche hingegen blieb unbesucht. Der Grund? Stufen, mein alter Feind! Ein No-Go bei der Wärme, wie schon Kung Fu Panda wusste. Manchmal ist eben Kontemplation von unten genauso erleuchtend. Insbesondere mit einem Hydromel im Glas …


Calanques

Lac de Sainte Croix

Falaise de SoubeyranneJPG

Im Nationalpark

Lac und Refuge de Valmasque

Deko in Grasse

Ausblick auf die Gipfel des Mercantour vom Zelt aus …
Falaise de SoubeyranneJPG

Gorges Du Verdon

Lac und Refuge de Valmasque

Moustiers St. Marie

Lac und Refuge de Valmasque

Alte Brücke in Nyons

Der Grand Canyon Europas

Nationalpark Gorges du Verdon. Der Grand Canyon Europas ist eigentlich ideal, um der Zivilisation zu entfliehen. Einst eine unzugängliche Wildnis, ist die Gegend heute touristisch erschlossen jedoch im Sommer ein Natur-Disneyland für demokratisierte Abenteuersehnsucht. Der Lac de Sainte Croix, ein einladend türkisfarbener Stausee, der einst drei Dörfer verschluckt hat, bildet den Eingang in den Canyon und lädt zum Baden und Paddeln ein.
Hier, auf dem Campingplatz Les Galetas, einem herrlich einfachen Platz ohne Chichi und Animation, errichten wir unser Basislager. Er liegt auf natürlichem Gelände mit hohem Gras und Blick auf See und Berge. Tagsüber wird es laut. Kajaks, SUPs, Tretboote, Familien und Abenteuerlustige bevölkern den Canyon. Nachts hingegen wird es still. Vollmond über den Bergen, Grillenzirpen, Nachtvögel. Dann rächt sich die Natur auf subtile Weise: Wildschweine wühlen im Geschirr, Skorpione erkunden das Zelt. Unser defekter Zeltreißverschluss wird da zur existenziellen Metapher.
Der Canyon ist früh am Morgen und abends eine Oase. Aber bereits ab neun Uhr verwandeln sich die Gewässer in einen aquatischen Autoscooter: Kajaks, SUPs, Tret- und Elektroboote, dazu Musik aus Bluetooth-Boxen. Und trotzdem: Diese Felsen, dieses Wasser, diese Farben: fast zu schön, um wahr zu sein.
Der Ort ist auch ein perfekter Ausgangspunkt für Ausflüge in den Nationalpark. Wir erwandern bei mörderischer Hitze den Sentier Blanc-Martel und die Porte de Trécastel, laufen durch kühle Tunnel am Fluss und essen erstklassig am bunten Foodtruck im Nirgendwo oder im Gassengewimmel von Castellane. Wir springen von Felsen in blaue Gumpen, fahren über Panoramastraßen mit atemberaubenden Ausblicken und steigen beim Canyoning heldenhaft Wasserfälle hinab.
Abends entspannen wir dann wieder am See. Sobald die Horden weg sind, wirkt der Ort nämlich einfach magisch! Zum Essen zieht es uns ins nahe gelegene Moustiers-Sainte-Marie. 

Moustiers-Sainte-Marie

Man könnte meinen, es gäbe bereits genügend Orte, die sich als eines der schönsten Dörfer Frankreichs bezeichnen. Doch Moustiers-Sainte-Marie hat diesen Titel tatsächlich verdient.
Eingeklemmt zwischen zwei ockerfarbenen Felswänden liegt das mittelalterliche Bergnest wie ein Adlerhorst zwischen Himmel und Erde. Über dem Dorf hängt der berühmte goldene Stern zwischen den Felsenz an langen Ketten hängt, angeblich das Gelübde eines dankbaren Kreuzritters. Heute wird der Stern effektvoll angestrahlt, wie der Stern von Bethlehem.
Drei Abende verbringen wir in den kühlen, kopfsteingepflasterten Gassen, denn das Dorf ist nicht nur ein fotogener Ort mit stimmungsvollem Ausblick und warmem Lichtspiel zwischen den pastelligen Hauswänden, sondern bietet auch die Möglichkeit, wirklich gut zu essen. Die Straßen sind voller kleiner Restaurants, uriger Bars und kleiner versteckter Musikclubs im alten Stil. Zu erwähnen wäre hier beispielsweise das Restaurant „Le Chardon-Marie“ mit seiner gemütlichen Terrasse über dem Wasserfall und überraschenden Kreationen wie Gurkencreme mit Blüten und Verveine oder zartem Perlhuhn mit frischen Aprikosen. Interessant sind auch die Cocktails am Place Mistral, etwa der „Purple Rain“ mit Brombeerlikör und Veilchensirup. Besonders charmant ist das „Bistrot des Apiculteurs Brasseurs”, dessen Crew wie die Bergversion einer Piratenbesatzung wirkt und in dem alles irgendwie nach Honig schmeckt (bis auf die Pizza): Honig-Bier, Honig-Limo, Honig-Schnapps. Hier versackt man schneller, als man „Hydromel“ buchstabieren kann …

Die Wallfahrtskirche hingegen blieb unbesucht. Der Grund? Stufen, mein alter Feind! Ein No-Go bei der Wärme, wie schon Kung Fu Panda wusste. Manchmal ist eben Kontemplation von unten genauso erleuchtend. Insbesondere mit einem Hydromel im Glas …


Grasse und der Duft der Vergangenheit

Wir machen Rast in Grasse, Hauptstadt der Parfums.Ein Ort, der seit dem 18. Jahrhundert blüten- und citruslastige Duftträume heraufbeschwört. Die Häuser großer, traditioneller Marken wie Fragonard, Molinard oder Galimard zeigen sich hier hochglänzend, im besten Licht entlang der Hauptbummelgassen. Doch sobald man diese verlässt, findet man eine Stadt, die zwar mit rosa Sonnenschirmen posiert, in den Nebenstraßen jedoch fast so wirkt, als hätte sie beschlossen, den Ruhm der Vergangenheit zu verschlafen.
Beim Café in einer Vorzeigegasse sitzen wir unter der schicken rosa Deko . Sie spendet Schatten, sehr dekorativ, quasi wie Accessoires einer Operette. Ideal, um zuzusehen, wie Menschen im Designer-Dress die bunten Schaufenster studieren. Traurig nur, dass hinter diesem bunten Schein der Putz massiv bröckelt. Nirgendwo sonst haben wir diesen Kontrast so deutlich erlebt. In der Provence schlummert manches Dorf einen charmanten jahrhundertealten Schlaf, andere sind herausgeputzt wie Disneyland. Hier jedoch findet man diese Extreme quasi Hauswand an Hauswand.
Kulinarisch beschränkt sich unser Besuch auf ein Café. Aber Auswahl? Fragonard, der Duft- Platzhirsch vor Ort, dessen Shop wir am Ende dann doch noch besuchen, bietet hier mehr Vielfalt als die Stadt selber. Wirklich schade! Trotzdem versöhnen uns die feinen Essenzen dort am Ende doch noch mit dem traurigen Spirit der Stadt. Die Nase ist eben ein mächtiges Organ.
Grasse ist großartig in seiner Dufttradition, aber schmerzhaft fragil in seiner Gegenwart. Ein Besuch hinterlässt, wie schon vor 30 Jahren, denselben melancholischen Nachgeschmack einer vernachlässigten Schönheit. Und natürlich einen Duft, der allerdings ist wunderbar …


Cagnes-sur-Mer und ein glücklicher Zufall

Eigentlich landen wir nur wegen unseres kaputten Zeltes in Cagnes-sur-Mer. Doch manchmal entstehen aus Pannen die schönsten Erinnerungen.
Das kleine kleine Hotel & Restaurant , direkt an der Cros de Cagnes erweist sich als Glückstreffer. Die Zimmer sind frisch renoviert, hell und geschmackvoll eingerichtet, mit Blick aufs Meer. Betreiber Nikolas empfängt uns persönlich, führt Haus und Restaurant mit einer Mischung aus unkompliziertem Charme und Professionalität, die einem sofort das Gefühl gibt willkommen zu sein. Abends sitzen wir auf der Terrasse, genießen im schönen Ambiente raffinierte Gerichte und leckeren Wein. Alles formvollendet begleitet von einem aufmerksamen Serviceteam, das uns den gesamten Abend verwöhnt. Ein solches Kleinod findet man selten, schon gar nicht, wenn man eher zufällig bucht. Was für ein Glück!
Cagnes selbst wirkt eher alltäglich als glamourös. Familien baden, Angler sitzen am Wasser, Sportler ziehen ihre Bahnen im Meer, der Verkehr zieht hier unter Palmen Richtung Nizza. Doch im und um das Hotel ist es erstaunlich ruhig: kleine Läden, eine alte Kirche, das Meer immer im Blick. Der lange Kiesstrand, mit Duschen und Skulpturen, ist sauber, nicht überlaufen und nur einen Katzensprung entfernt.
Hier im klaren Wasser tummeln sich keine Touristenmassen, sondern viele Familien, Großeltern mit Enkeln, Sportler. Die Gäste kennen sich, man plaudert, picknickt, angelt, schwimmt seine Bahn im Meer. Alltag statt Glamour aber genau das hat Charme.
Und: Cagnes ist Teil des Radwegeprojekts Littorale 06. Über mehr als elf Kilometer führt ein gut ausgebauter Küstenradweg bis nach Nizza und Antibes. Sogar zum Flughafen gelangt man inzwischen bequem per Rad, ein seltener Luxus in dieser autogeplagten Region.
Cagnes-sur-Mer ist sicher nicht das klassische Côte d’Azur Reiseziel. Doch für unseren Abschied perfekt: nett, entspannt, komfortabel und mit einem Hotel/Restaurant, das wir sofort ins Herz geschlossen haben.



Sundowner in Nizza

Wir radeln von Cagnes mit Lime Bikes nach Nizza. Die VelorouteDuLittoral, Teil eines 257 km langen Küstenradwegs, ist hier besonders komfortabel ausgebaut. Statt Parkstreifen (wie z. B. in Cannes) gibt es breite Bike-Highways unter Palmen. Man trifft Jogger, Rennradfahrer, Sportler aller Art. Basketball- und Volleyballfelder reihen sich aneinander.

Angekommen genießen wir erstmal das „Grand Panorama de Nice“ mit Blick über die Baie des Anges. Danach folgen wir dem Strom in die alten Gassen und zum Place Masséna, der im lauen Abendlicht, mit seinem schwarz-weißen Bodenmuster in schönsten Rottönen strahlt. Doch die Menschenflut schwemmt uns weiter, zum Cours Saleya. Hier haben wir einen Tisch reserviert, aber zunächst ist noch Zeit für einen Aperitif. Per Zufall finden wir die Bar des Amis. Ein Volltreffer: netter Empfang, ein Tisch mit Blick auf die Promenade des Anglais und alle sind sehr entspannt und aufmerksam. Die Auswahl an Spritz und Cocktails ist gigantisch. Es gibt sogar Cap Mattei Spritz! Korsika lässt grüßen …
Zum Essen kehren wir zurück zum Cours Saleya. Ins Grand Café de Fleurs, ein Traditionsbetrieb seit 1969. Das Interieur ist prachtvoll: viel Holz, Blautöne, Gold . Stilvoll, edel, schön. Doch wo das Design überzeugt, mangelt es leider an der Qualität des Service. Das Personal wirkt überfordert, unorganisiert. Kein Wunder, draußen ist der Platz mit Tischen überfrachtet und fast jeder ist besetzt. Weniger wäre hier mehr. Der Kontrast zur Bar des Amis könnte nicht größer sein …
Zum Abschluss schlendern wir entlang der Promenade zur nächsten Lime-Station. Hier ahnt man trotz der Touristen das Alltagsleben und spürt den Herzschlag der Stadt: Alle sind sportlich, gehen joggen, biken, führen Hunde oder das neueste Outfit Gassi. Skater und Boarder zeigen ihre Tricks, Baskettballspieler messen sich im Dunken. Einfach Menschen, die leben und nicht nur reisen.
Nizza überrascht trotz des Rummels mit viel Flair, Umweltbewusstsein und guter Laune. Der perfekte Ort für unseren letzten Abend zu dritt.


Nyons und ein Hühnerstall mit Discokugel

Wir sind wieder zu zweit unterwegs. Ein wenig Wehmut schwingt mit, gleichzeitig ist es auch einmal schön, als Paar auf Tour zu sein. Von Cagnes-sur-Mer geht es die Küste entlang über Antibes, dem Stau hinterher, bis nach Cannes. An der Croisette zeigen sich hier statt sportlicher Athleten auf Fahrradwegen Muskeln aus Stahl am Straßenrand: maßgeschneiderte Ferraris und Exoten. Davor posieren die obligatorischen Selfietouristen. Für uns Grund genug, schnell zu flüchten.
Unterwegs Richtung Aix steigt das Thermometer auf 42 Grad. Dann biegen wir nach Norden ab, ins Herz des Luberon, nach Nyons.
Wir schlagen unser kleines Zelt direkt am Fluss Eygues auf (Dank an Dörthe für den Tipp). Mit Blick auf die umliegenden Hügel und auf einen Hühnerstall mit Discokugel. Chickeria auf französisch!

Nyons ist urig und schön. Das Städchen liegt unter einer Felsenklippe, eine alte Steinbrücke überspannt den Fluss, kleine urige Gassen laden zum Essen ein. Wir landen im „D’un Goût à l’Autre“. Hier kommt regionale, kreative Bio-Küche auf den Tisch. Raffiniert zusammengestellt, mit Blüten garniert und mit Liebe angerichtet. Dazu ein Service, wie man ihn sich wünscht: aufmerksam, herzlich, interessiert. Satt und zufrieden wandern wir später durchs dunkle Tal zurück in unser kuscheliges Zelt. Nachts rauscht endlich ein frischer Wind, der Pontias, durchs Tal und bringt uns Kühlung.

Am nächsten Morgen ist Markttag. Bunt, lebendig, provenzalisch. Doch zuerst ein Café au Lavande in der Torréfaction Engrano. Frisch geröstet, überraschend, hervorragend. Der Besitzer, ein Holländer, erzählt mit Begeisterung von seiner kleinen Rösterei. Man spürt: Hier steckt Leidenschaft in jeder Bohne.
Zum Abschluss noch ein Abstecher in die Scourtinerie Sarl, wo seit Generationen Matten aus Kokosfasern geknüpft werden. Ein Handwerk, für das Nyons ebenso bekannt ist wie für seine feinen Olivenöle deren nördlichstes Anbaugebiet sich hier befindet. Früher wurden diese Matten übrigens genau dafür genutzt. Danach packen wir zusammen und rollen weiter Richtung Norden

Natur pur in Auberive, Chemin de Traverse


Auberive ist ein Ort, der so gar nichts mehr mit dem Trubel der letzten Tage zu tun hat und genau deshalb der perfekte Abschluss unserer Reise ist. Hier, am Rand der Champagne, finden wir ein alternatives Campingprojekt: ökologisch gedacht und liebevoll umgesetzt. Eine Handvoll Hüttchen fügen sich unauffällig in eine Landschaft, die märchenhaft wirkt.
Das Gelände ist naturbelassen und verwunschen. Und man kann direkt in den ParcNational Des Forêts wandern mit seinen uralten Buchen und Eichen. Hier wird in Teilen gar nicht mehr eingeschlagen, die Bäume dürfen altern, verfallen, wieder neu entstehen. Ein seltener Luxus, wenn man an die intensiv genutzten Wälder zuhause denkt.
Am Abend sitzen wir auf der Wiese, lauschen den Grillen und beobachten die grasenden Esel. Zum Abendessen gibt es Bier und Sandwich mit Merguez. Die haben wir auf der Anreise an der Cabane au Frites du Manon mitgenommen, wo sie liebevoll zubereitet wurden. Dazu Abendlicht, Waldpanorama und freier Blick in die Sterne.
Am nächsten Morgen schwatzen wir noch etwas mit David, dem Betreiber. Sein Satz: „Ich gehe morgens aus dem Haus und überlege, was ich machen möchte. Und dann mache ich es.“ bleibt hängen und lässt uns lange nicht los.
Nach einem letzten Frühstück im Dorf ist es Zeit, aufzubrechen. Keine Eselwanderung, keine lange Pause mehr. Nur der Eindruck, dass wir wiederkommen möchten.
Wir könnten noch wochenlang so weiterreisen, uns einfach treiben lassen, sehen, wohin der Weg führt. Doch unsere Zeit ist leider um.
Wir nehmen viel mit von dieser Tour: Ideen, Gedanken, Flausen. Leckere und schöne Dinge und natürlich Fotos. Und auch wenn insbesondere die Drohnenfotografie auf dieser Reise zu kurz kam, weil viele Regionen wie z. B. die Gorges du Verdon als Flugverbotszonen deklariert waren, weil Akkus zwischendurch als Powerbank herhalten mussten oder es zu voll war, nehme ich trotzdem viele schöne Bilder mit: im Kopf aber vor allem im Herzen!

Calanques

Cagnes Sur Mer

Ausblick auf die Gipfel des Mercantour vom Zelt aus …
Falaise de SoubeyranneJPG

Grand Panorama De Nice

Lac und Refuge de Valmasque

Alte Brücke in Nyons